Fachbereich 10

Rechtswissenschaften


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Aktuelle Meldungen

Nr. 0 / 0

13. Juni 2017 : Osnabrücker Campus-Nacht - Vorstellung der Professur für Chinesisches Recht und Verfassungsrechtlicher Moot Court

Obwohl die Studienmöglichkeiten des chinesischen Rechts in Osnabrück noch relativ neu sind, hat sich innerhalb des Fachbereichs Rechtswissenschaft ein exzellentes und zukunftsorientiertes Zusatzangebot für Juristen etabliert, das die Studierenden parallel zu bestehenden Studieninhalten sowohl sprachlich als auch inhaltlich für einen Dialog auf Augenhöhe mit chinesischen Fachkollegen vorbereitet.

Die Besucher konnten sich diesem Konzept sehr praktisch annähern: ausprobieren, wie sich Zeichen statt Buchstaben als Medium der schriftlichen Kommunikation anbieten und wie diese sich praktisch in den Alltag einbauen lassen – sei es auf Schreibbögen, die 10.000-fach benutzbar sind, oder einfach mit einem großen Pinsel und Wasser auf der Straße. Auch der Tee durfte nicht fehlen, bei dem man dann mehr über die Organisation des Studiums oder die Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen erfahren konnte.

Was darf Satire und was nicht? Welche Grenzen findet die Meinungsfreiheit, wenn durch die Äußerung andere Personen beleidigend angegriffen werden? Und: Was ist eigentlich Schmähkritik? Für diese Fragen interessierten sich die etwa 50 Besucher der Campus Nacht, die sich zur Vorführung eines verfassungsrechtlichen Moot Courts, also einer simulierten Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht, im Schloss einfanden.

Nachdem Christopher Niemeyer und Gabriel Yildirim zunächst als Vertreter des Beschwerdeführers plädierten, nahmen Jasmin Aumeer und Friederike Räbiger die Rolle der Vertreterinnen des Landes Niedersachsen ein. Es wurde darüber verhandelt, ob der Beschwerdeführer dadurch in seiner Meinungs- und Kunstfreiheit verletzt wurde, dass er für eine Onlineveröffentlichung wegen übler Nachrede gem. § 186 StGB verurteilt worden war. In einem „Denkzettel“ hatte der Beschwerdeführer die Ablehnung einer Aufenthaltserlaubnis eines Flüchtlings durch ein kommunales Rechtsamts sowie eine namentlich genannte Mitarbeiterin als „unmenschlich“, „diskriminierend“ und „jeglicher Logik entbehrend“ beschimpft. Die Studentinnen und Studenten überzeugten sowohl durch ihre Argumente im Rahmen ihrer vorbereiteten Plädoyers als auch durch ihre Antworten auf die Zwischenfragen, die immer wieder von der Richterbank, bestehend aus Prof. Oliver Dörr, Dr. Markus Stuke sowie Christina Kamm, eingeworfen wurden. Nachdem alle Argumente ausgetauscht waren, wurden auch die Zuschauer nach ihrer Meinung gefragt: Überwiegt die Meinungsfreiheit des Beschwerdeführers oder das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiterin des Rechtsamts? Die Zuschauer tendierten dazu, die Meinungsfreiheit zugunsten des allgemeinen Persönlichkeitsrechts zu beschränken. Damit hatten sie eine andere Ansicht als das Bundesverfassungsgericht, welches in einem sehr ähnlichen Fall der Meinungsfreiheit Vorrang eingeräumt hatte. Nach diesem kurzen Einblick in die Welt des Verfassungsrechts gingen die Zuschauer die  weiteren vielfältigen Angebote der Campus Nacht entdecken. Weitere Informationen erteilt Christina Kamm (christina.kamm@uos.de).